Nachtfalter
Zusammenfassung
- In Gärten sind Nachtfalter diskret, aber zahlreich.
- Nachtfalter sind wichtige Beutetiere für Vögel und Fledermäuse.
- Sie verstecken sich tagsüber in der dichten Vegetation.
- Kunstlicht stört Nachtfalter.
- Einige Nachtfalter sind tagaktiv.
Kurzbeschreibung
Nachtfalter sind die heimlichen Stars der Gärten: Sie kommen viel zahlreicher und in viel mehr Arten vor als ihre tagaktiven Verwandten, die Tagfalter. Ausserdem sind längst nicht alle Arten eintönig gefärbt und schwierig zu unterscheiden: Der Mittlere Weinschwärmer (Deilephila elpenor) etwa ist von einem extravaganten oliv-pinken Samt überzogen und hat reinweisse Beine. Auch seine Raupen erkennt man leicht: Sie haben etwa die Grösse eines Daumens und zwei grosse, bedrohlich wirkende Augenflecken am vorderen Ende, das sie bei Gefahr ruckartig hin und her bewegen. Mit diesem Verhalten ahmen sie Schlangen nach und jagen ihre Fressfeinde in die Flucht! Man findet sie regelmässig in Gärten, da ihre Futterpflanzen, Reben, Fuchsien, Weidenröschen und Nachtkerzen, sehr verbreitet sind. Viele Arten bekommt man erst zu Gesicht, wenn man sie ungewollt in ihrem Tagesversteck aufscheucht, z.B. beim Giessen. Doch nicht alle Arten sind nachtaktiv! Das bekannte Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatum) z.B. ist tagaktiv und kann leicht dabei beobachtet werden, wie es beim Nektarsaugen an Zierpflanzen einem Kolibri gleich in der Luft stehen bleibt.
Praxistipps
- Wiesen und Hecken mit üppigen Krautsäumen anlegen und einheimische Bäume pflanzen: das sind ideale Tagesverstecke und bieten auch viele Raupenfutterpflanzen.
- Wichtige krautige Raupenfutterpflanzen sind Labkräuter (Galium -Arten), Weidenröschen (Epilobium -Arten), Leguminosen (Hornklee- und Kleearten, Strauchwicken, Vogelwicken), Winden und einheimische Wiesengräser.
- Wichtige holzige Raupenfutterpflanzen sind Sal-Weiden, Pappeln, Birken, Hasel, Weissdorn, Schwarzdorn, Brom- und Himbeeren und Eichen. Einige Arten ernähren sich von Blattflechten, Samenschoten, Algen, Falllaub und Holz.
- Auf Kunstlicht verzichten: Es wirkt sich negativ auf das Verhalten der Nachtfalter aus und führt sogar zu einer verminderten Bestäubung von Nachtfalterblumen.
- Wichtige Nachtfalterblumen im Garten sind: Rote Spornblume, Liguster, Nachtkerzen, Geissblatt, Kohldisteln, Mondviolen, Efeu, Weiden und Nelkengewächse (besonders Breitblättrige Lichtnelke und Gewöhnliches Seifenkraut). Zahlreiche Arten nehmen jedoch als adulte Tiere keine Nahrung mehr zu sich.
- Fördert man Nachtfalter, fördert man damit indirekt auch Vögel und Fledermäuse, ihre natürlichen Fressfeinde.
