Hummeln
Zusammenfassung
- Hummeln sind mit Honigbienen verwandt und leben wie diese in Staaten.
- Sie nisten je nach Art in ober- oder unterirdischen Höhlen.
- Hummeln sind unersetzbare Bestäuber vieler Nutzpflanzen.
- Ein Hummelvolk braucht von Frühling bis Herbst ein kontinuierliches Blütenangebot.
Kurzbeschreibung
Hummeln sind die pummeligen Schwestern der Honigbienen: Sie bewegen sich eher behäbig und langsam. Dabei haben Hummeln ungeahnte Superkräfte und sind deshalb unersetzbare Bestäuber: Dank ihrer langen Zunge und dem sogenannten Vibrationssammeln kommen sie an Nektar und Pollen heran, die für andere Bienen unerreichbar sind. Dabei bestäuben sie wichtige Nutzpflanzen wie Tomaten und Rotklee! In der Schweiz gibt es ungefähr 40 Hummelarten. Sie leben wie Honigbienen und soziale Wespen in Staaten, haben also eine Königin. Im Frühjahr erwacht die sogenannte Altkönigin und beginnt damit, ihre Eier zu legen und einen neuen Staat zu gründen. Dieser umfasst nach einigen Wochen Arbeiterinnen, männliche Hummeln (Drohnen) und neue Königinnen, die als einzige nicht im Herbst sterben, sondern überwintern und im nächsten Jahr ihr eigenes Volk gründen.
Praxistipps
- Einige Hummelarten bauen ihre Nester unterirdisch, andere oberirdisch. Hohlräume wie Bauten von Kleinsäugern, Vogelhäuschen, Moospolster oder verfilzte Grassäume und Grasbüschel eignen sich besonders gut als Nistplätze. Künstliche «Hummelburgen» werden eher schlecht als recht angenommen.
- Besonders wertvolle Hummelpflanzen im Garten sind Weiden (z.B. die Sal-Weide), Obstbäume, Fingerhut, Taubnesseln, Lavendel, Salbei, Herzgespann, Schwarznessel, Echte Wallwurz (Beinwell) und Schmetterlingsblütler wie Rot- und Weissklee, Wicken und Esparsetten.
- Im Frühling sind Weiden für die Königinnen äusserst wertvoll: Pflanzen Sie sowohl weibliche Pflanzen als Nektarspender, als auch männliche Pflanzen als Pollenspender.
- Achten Sie darauf, keine Neonicotinoide in Haus und Garten zu verwenden. Neonicotinoide sind eine Gruppe von Wirkstoffen, die als Insektizid verwendet werden und auch in Baumaterialien und Farben zum Einsatz kommen. Da es ein Nervengift für Insekten ist, beeinflusst es die Kommunikation zwischen den Tieren und andere kognitive Fähigkeiten und ist damit gerade für soziale und mobile Arten wie Hummeln äusserst schädlich.
