Rasen
Zusammenfassung
- Blumen- und Kräuterrasen fördern die Artenvielfalt und brauchen weder Dünger, Pestizide noch Bewässerung.
- Den Rasenschnitt mulchen, um Regenwürmer zu fördern, die wiederum Igel, Amseln und Maulwürfe anziehen.
- Rasenroboter sind tödlich für Igel und Maulwürfe.
- In Randbereichen Säume stehen lassen.
- Moos im Rasen wachsen lassen.
Kurzbeschreibung
Zeig mir deinen Rasen und ich sage dir, wer du bist! Der strapazierfähige Sportrasentyp, der gepflegte Zierrasentyp, der trittfeste Hausrasentyp oder der bunte Blumenrasentyp? Der Rasentyp hängt stark von der Art der Nutzung und dem persönlichen Geschmack ab und – da bekanntlich kein Mensch eine Insel ist – auch von Zeitgeist und Gartenmode. Heute geht der Trend weg von artenarmen Zierrasen hin zu abwechslungsreichen Kräuterrasen und Naturwiesen, die erst noch einfacher und billiger im Unterhalt sind. Die Pflege von Zierrasen verschlingt nämlich Unmengen an Wasser, Pestiziden und Kunstdünger: Die hochgezüchteten Rasengräser haben einen hohen Nährstoffbedarf und wachsen so schnell, dass sie mehrmals pro Woche geschnitten werden müssen. Am Boden bildet sich ein dichter Filz aus abgestorbenem Pflanzenmaterial, der regelmässig entfernt werden muss. Dabei würden Regenwürmer und Wiesenpilze diesen Job noch so gerne machen!
Praxistipps
- Verzichten Sie bei Rasen, die keine extremen Belastungen ertragen müssen, komplett auf Dünger und Bewässerung.
- Verzichtet man auf intensive Rasenpflege, stellt sich schon bald von selbst eine Vielzahl einheimischer Pflanzen, Tiere und sogar seltener Pilze ein.
- Bei Neuanlagen Blumen- und Kräuterrasen ansähen, die wenig Pflege brauchen und die Artenvielfalt fördern.
- Blumen- und Kräuterrasen werden 4-8 Mal pro Jahr bei einer Schnitthöhe von 5-10 cm geschnitten; 1. Schnitt ab Ende April. Auf Düngung kann vollständig verzichtet werden.
- Wandeln Sie wenig genutzte Rasen in Wiesen um. Legen Sie bei Bedarf mit dem Rasenmäher Rasenwege an, die sehr reizvoll zu begehen sind.
- Lassen Sie auf stärker genutzten Rasen Blumeninseln stehen, die man wie eine Wiese erst im Sommer zum ersten Mal mäht.
- Entlang von Hecken und Gewässern ist jegliche Düngung gesetzlich verboten.
- Moos im Rasen fördert die Biodiversität: Z. B. bietet es an ungestörten Stellen Nistplätze für Hummeln und Lebensraum für seltene Pilzarten.

