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Krautschicht mit Laubstreu

Zusammenfassung

  • Die Krautschicht mit Laubstreu ist ein attraktiver Pflanzenstandort und Lebensraum zahlreicher Bodenlebewesen. 
  • Unter Laubgehölzen Falllaub verrotten lassen und das Entstehen einer Krautschicht zulassen.
  • Überschüssiges Laub kompostieren.
  • Immergrüne Gehölze und Nadelbäume zurückhaltend pflanzen.

Kurzbeschreibung

Sanfter Sonnenschein, strahlend blauer Himmel und bunte Blätterpracht: Der goldene Oktober versüsst den Abschied des Sommers. Der eigene Garten bietet im Herbst dieses besinnliche Naturschauspiel. Dabei wird es vielerorts im Namen der Ordnung und Sauberkeit von dröhnenden Laubbläsern durchbrochen. Doch Falllaub ist alles andere als Abfall! Zusammen mit dürren Ästen und Totholz bildet es unter Gehölzen eine Streuschicht, die den Boden vor Hitze, Trockenheit und starkem Regen schützt und die angenehm nach Waldboden duftet. Es ist der Lebensraum von Regenwürmern, Schnecken, Asseln, Käfern, Hundert- und Tausendfüsslern sowie zahlreichen noch kleineren Bodenlebewesen, Pilzen und Mikroorganismen. Sie zersetzen das abgestorbene Pflanzenmaterial, reichern den Boden mit Humus an und machen Nährstoffe für Pflanzen verfügbar. Neugierige Gärtnerinnen werden mit einem weiteren Pflanzenstandort belohnt: Im humusreichen Boden unter Laubgehölzen gedeihen attraktive Frühblüher wie Primeln, Lungenkraut und Taubnesseln, die im Frühling die Hummelköniginnen begrüssen.

Praxistipps

  • Grosse Mengen an Falllaub zerkleinern und/oder vorkompostieren, bevor man es im Garten verwendet.
  • Laub ist nicht gleich Laub: Laubstreu, das den Boden verbessert, stammt zum Beispiel von Esche, Ahorn, Weide, Linde, Hainbuche und Obstgehölzen. Fichten- und Föhrennadeln sowie das Laub von Rhododendren verrotten hingegen sehr langsam und versauern dabei den Boden. Zwischen den beiden Extremen steht das Laub von Eichen, Buchen und Weisstannen, deren Abbaufähigkeit stark vom Bodentyp und der Wasserversorgung abhängt.
  • Im Wurzelbereich von Gehölzen und die Streuschicht niemals umgraben oder hacken.
  • Bei Neuanlagen unter Gehölzen eine Mulchschicht aus gut verrottetem Laub- oder Holzkompost einbringen. Frischer Holzhäcksel oder Rindenmulch hingegen hemmen das Wachstum der Krautschicht und entziehen dem Boden Nährstoffe.
  • Günstige Pflanztermine für krautige Schattenpflanzen unter Gehölzen ist der Spätsommer bis Frühherbst, dann ist die Wurzelkonkurrenz der Gehölze am schwächsten. Im Lauf der Jahre und Jahrzehnte stellen sich einheimische Schattenpflanzen von selbst ein, was man in alten Gärten beobachten kann.
  • Halten Sie sich mit immergrünen Pflanzen zurück: Ihre Blätter und Nadeln zersetzen sich nur sehr langsam, die Wurzelkonkurrenz für die Krautschicht ist relativ gross und der Schattenwurf gleicht demjenigen von leblosen Gegenständen: er ist gleichmässig dicht und bedeutet für die Krautschicht Trockenheit und ganzjährigen Entzug von Licht. An solche Standorte sind nur wenige Pflanzen angepasst.
     
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