Diese Website unterstützt Internet Explorer 11 nicht mehr. Bitte nutzen Sie zur besseren Ansicht und Bedienbarkeit einen aktuelleren Browser wie z.B. Firefox, Chrome

Altgras und Säume

Zusammenfassung

  • Säume sind blütenreiche Krautstreifen entlang von Grenzen, z.B. zwischen Rasen und Hecken oder entlang von Zäunen, Mauern und Wassergräben.
  • Säume gehören zu den artenreichsten Lebensräumen im Siedlungsraum.
  • Säume bieten Nahrung, Unterschlupf und Wanderrouten für unzählige Tierarten.
  • Säume sind der natürliche Lebensraum vieler attraktiver Wildstauden.
  • Säume werden alle 1-4 Jahre im Herbst abschnittweise geschnitten.
  • Ungeschnittene Grasbüschel und verfilzte Grasstreifen sind wertvolle Kleinsthabitate für Insekten und Wirbeltiere.

Kurzbeschreibung

«In manchem Zaun steckt mehr Wahrheit als in einem Buch», schrieb der Dichter Gottfried Keller (1819-1890) visionär: Tatsächlich lassen sich Zäune mit wenig Aufwand in wertvolle Lebensräume verwandeln, doch kaum ein Biodiversitäts-Ratgeber berichtet darüber. Lässt man nämlich auf jeder Zaunseite einen 50-100 cm breiten Wiesenstreifen stehen, entwickelt sich mit der Zeit von selbst ein Saum aus hochwachsenden Kräutern und alten, verfilzten Grasbüscheln. Unzählige Kleintiere wie z. B. Hummeln, Blindschleichen und Laufkäfer finden hier Nahrung, Unterschlupf und Nistplätze. Ausserdem ist der Krautsaum – ob trocken, feucht, sonnig oder schattig – der natürliche Lebensraum zahlreicher attraktiver Wildstauden. Und nicht zuletzt lässt sich mit Krautsäumen im Quartier ein Netz aus Wanderrouten für Insekten und Wildtiere knüpfen, denn Zäune mit Säumen trennen und verbinden gleichzeitig!

Praxistipps

  • Krautsäume tolerieren: Sie stellen von selbst ein, indem man z.B. auf jeder Zaunseite 50-100 cm breiten Wiesenstreifen stehen lässt.
  • Krautsäume können mit attraktiven Wildstauden angereichert werden.
  • Krautsäume alle 1-4 Jahre im Herbst abschnittweise schneiden.
  • Ungeschnittene Grasbüschel und verfilzte Grasstreifen als Kleinsthabitate stehen lassen.
  • Bei Zäunen über dem Boden einen 15-20 m hohen Zwischenraum für Igel offenlassen.
  • Auf durchgehende Sockel am Zaunfuss verzichten: Sie behindern die Wanderung von kleinen Wirbeltieren wie Blindschleichen, Spitzmäusen und Amphibien.
  • Tolerieren, pflegen und knüpfen Sie im Quartier ein Netz von Säumen. Das fördert die Biodiversität im Siedlungsraum.
  • Verzichtet man auf das Schneiden von Krautsäumen oder verfilzten Grasstreifen, entsteht mit der Zeit eine Hecke.
     
Möchten Sie die Website zum Home-Bildschirm hinzufügen?
tippen und dann zum Befehl zum Home-Bildschirm hinzufügen nach unten scrollen.