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Obstgarten

Zusammenfassung

  • Obstbäume sind wertvolle Futterquellen für Wildbienen und andere blütenbesuchende Insekten im Frühling.
  • Obstbäume sind Lebensräume einiger sehr seltener Pilz- und Flechtenarten.
  • Totholz und Baumhöhlen belassen, sofern sie kein Sicherheitsrisiko darstellen: Sie sind äusserst wertvolle Baumhabitate.

Kurzbeschreibung

Im Obstgarten ernten wir buchstäblich die Früchte unserer Arbeit. Auch unzählige Mitesser tummeln sich in den Baumkronen und erfreuen sich an Nektar, Pollen und Obst – nicht immer zur Freude des Gartenbesitzers oder der Gartenbesitzerin. Zu den Obstbäumen gehören jene Gehölze, die vom Menschen seit hunderten von Jahren kultiviert werden und Kern-, Stein-, Beeren- oder Schalenobst tragen. Für eine tier- und menschenfreundliche Pflege ist es wichtig, den Pflanzenschutz auf einem Minimum zu reduzieren. Ausserdem sollten Totholz, Baumhöhlen und andere sogenannte Baumhabitate wie Moospolster oder Blattflechten toleriert werden. Mit dem Anbau von alten und seltenen Obstsorten tragen Sie ausserdem zum Erhalt unseres Kulturgutes und der genetischen Vielfalt bei und können obendrein noch Obst geniessen, das in keinem Supermarkt erhältlich ist.

Praxistipps

  • Wiesen mit Obstbäumen nie in Richtung Magerwiese pflegen: Obstbäume haben einen gewissen Nährstoffbedarf. 
  • Organischen Dünger (z. B. Mist) wählen. 
  • Anstatt regelmässig zu düngen kann das Schnittgut einer Wiese um die Bäume herum gemulcht werden. 
  • Den Pflanzenschutz auf ein Minimum reduzieren: Ihrer eigenen Gesundheit und den Insekten und Wildtieren zuliebe!
  • Setzen Sie auf robuste, dem Standort angepasste und krankheitsresistente Sorten, um den Pflanzenschutz zu reduzieren.
  • Ein Obstbaum braucht genügend Platz. Beachten Sie dies bei der Standortwahl.
  • Beachten Sie Grenzabstände, um Rechtsstreitigkeiten mit Nachbarinnen zu vermeiden oder pflanzen sie gemeinsam einen Baum.
  • Totholz und Baumhöhlen tolerieren: Sie sind äusserst wertvolle Baumhabitate. Totholz kommt auch an lebenden Bäumen vor, insbesondere an alten Bäumen. Es ist ein Zeichen des natürlichen Alterungsprozesses von Bäumen und kein Krankheitssymptom. Tote Äste und Baumhöhlen sollten deshalb toleriert werden. Äste, die ein Sicherheitsrisiko darstellen, einkürzen.
  • Baumhöhlen sind besonders wertvolle Totholzstrukturen. Baumhöhlen künstlich zu verschliessen ist kontraproduktiv, da es die natürliche Wundheilung behindert.
  • Unter Obstbäumen den Boden nicht bearbeiten.
  • Der Wurzelbereich von Obstbäumen nicht als Ablagefläche oder Deponie benutzen: Das Gewicht belastet die Wurzeln und die Abdeckung verhindert das Durchsickern von Regenwasser.
  • Falllaub verrotten lassen und das Entstehen einer Krautschicht zulassen, die alle 1-4 Jahre abschnittsweise gemäht wird
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