Wildpflanzen
Zusammenfassung
- Wildpflanzen sind Pflanzen, die nie gezüchtet wurden.
- Viele Wildpflanzen sind auch Nutzpflanzen.
- Hecken, Krautsäume, Blumenwiesen und Ruderalstandorte werden mit Wildpflanzen gestaltet.
- Viele Wildpflanzen eignen sich für den Ziergarten.
- Viele Wildpflanzen besiedeln Gärten spontan.
- Sie sind für die Tierwelt wertvoll, ergänzen bestehende Pflanzungen und sind nicht selten sogar essbar.
- Nur jäten, was man kennt!
Kurzbeschreibung
Ruderalstandorte werden ausschliesslich mit Wildpflanzen gestaltet. Dabei gilt: Je besser eine Art den Bedingungen angepasst ist, die im Garten herrschen, desto weniger Pflege braucht sie und desto eher erhält sie sich von selbst. Unzählige Wildpflanzen wurden früher auch als Zierpflanzen kultiviert, sind aber aus der Mode gekommen: Sie wurden von exotisch anmutenden Arten und Zuchtsorten verdrängt, die häufig grössere Blüten haben und länger blühen. Viele Wildpflanzen kommen in Gärten auch spontan vor. Typisch sind krautige, kurzlebige Arten, die sich immer wieder aussähen müssen und deshalb in Gartenbereichen auftreten, wo viel offener Boden vorhanden ist, z.B. im Gemüse- und Ziergarten. Andere krautige Arten sind mehrjährig, reichern mit der Zeit Rasen und die Krautschicht unter Gehölzen an oder nehmen dank ihren unterirdischen Organen ganze Gartenbereiche in Beschlag, wie z.B. die Brennnessel oder der Geissfuss. Auch Sträucher und Bäume wachsen spontan: Ohne Jäten und Mähen, würden wohl die meisten Gärten innert weniger Jahren verbuschen und schliesslich verwalden. Im naturnahen Garten haben spontane Wildpflanzen ihren Platz: sie ergänzen und bereichern bestehende Pflanzungen, brauchen kaum Pflege, haben einen grossen Wert für die Tierwelt und sind nicht selten sogar essbar!
Praxistipps
- Hecken, Krautsäume, Blumenwiesen und Ruderalstandorte werden ausschliesslich mit Wildpflanzen gestaltet. Lokale Pflanzen aus der nächsten Forstbaumschule oder Wildstaudengärtnerei sind ökologisch am sinnvollsten und häufig auch am billigsten.
- Um einen Garten erfolgreich mit Wildpflanzen zu gestalten, helfen Botanik-Kenntnisse sehr: Lassen Sie sich beraten! Vergrössern sie ständig Ihre Artenkenntnisse und lernen sie insbesondere Arten im vegetativen, blütenlosen Zustand zu unterscheiden.
- Nur jäten, was man kennt! Das erlaubt einem, selektiv zu jäten. Selektives Jäten bedeutet, von gewissen Arten gezielt ein paar Pflanze stehen und blühen zu lassen, z.B. hübsche Wildblumen.
- Viele spontane Wildpflanzen ergänzen bestehende, geplante Pflanzungen ausgezeichnet! Sie sind perfekt an die Bedingungen in Ihrem Garten angepasst und brauchen kaum Pflege.
- Zahlreiche spontane Wildpflanzen sind essbar, sind Heilpflanzen oder können vor dem Versamen als Gründüngung oder Mulch eingesetzt werden.
- Um Arten, die Überhand nehmen, in Schach zu halten, sind Mähen und Abschneiden vor dem Versamen häufig die beste Lösung. Jäten und intensive Bodenbearbeitung sind vielfach kontraproduktiv: Je mehr der Boden gestört wird, desto mehr offene Stellen gibt es, in denen wieder Wildpflanzen keimen. Mehrjährige Kräuter, die sich mit unterirdischen Organen verbreiten, werden durch Hacken und intensives Umgraben gefördert, da jedes abgeschnittene Wurzel- oder Sprossstück eine neue Pflanze bilden kann.
- Um kurzlebige, ein- und zweijährige Wildblumen zu erhalten, müssen immer wieder offene Bodenstellen geschaffen werden.
- Alte Mauern und Steinpflästerungen erhalten, da sie seltene Wildpflanzen beherbergen können.
- Auf viele Menschen wirken Gärten, in denen Zierpflanzen sowie angepflanzte und spontan vorkommenden Wildpflanzen nebeneinander Platz haben, besonders harmonisch. Nimmt eine der beiden Gruppen Überhand, wirken Gärten schnell verwildert oder steril und langweilig.
